Systematik
Familie: Weichwanzen (Miridae)
Art: Grünfleckige Haselweichwanze
weitere Namen: Grüne Zärte
wissenschaftlicher Name Malacocoris chlorizans (Panzer, 1794)
rote Liste: N [nicht gefährdet]
naturgucker-Index 0.6 (sehr selten)
Flugzeit:
Jan feb mÄr apr mai jun jul aug sep okt nov dez
Verbreitung
Die Art ist in großen Teilen Europas weit verbreitet, wird aber wegen ihrer geringen Größe und versteckten Lebensweise leicht übersehen. Das Verbreitungsgebiet reicht ostwärts bis in die Kaspische Region. In Deutschland und Österreich ist die Art weit verbreitet, im Süden meist häufiger als im Norden. Sie wurde außerdem nach Nordamerika eingeschleppt.
Merkmale
Die Grünfleckige Haselweichwanze erreicht eine Körperlänge von 3,7 – 4,2 mm. Die Grundfarbe ist blass grünlich bis gelbgrün. Die Halbdecken zeigen eine feine grüne Marmorierung bzw. Fleckung auf hellem Grund, wodurch die Art recht charakteristisch wirkt. Der Kopf ist klein, die Augen sitzen auffallend weit vorne und sind deutlich vom Vorderrand des Pronotums entfernt – ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Der Körper wirkt zart und leicht durchscheinend, mit feiner heller Behaarung.
Lebensweise
Interessanterweise ist Malacocoris chlorizans keine rein pflanzensaugende Weichwanze. Sie ernährt sich überwiegend räuberisch. Erbeutet werden Blattläuse, Blattflöhe (Psylliden), Milben, Spinnmilben und andere kleine Arthropoden sowie deren Eier. Zusätzlich saugt sie gelegentlich Pflanzensäfte und gilt deshalb als phytozoophage bzw. zoophytophage Art. Dadurch kann sie in Obstgehölzen sogar als Nützling wirken, da sie verschiedene Pflanzenschädlinge frisst.
In Mitteleuropa tritt die Art meist in einer Generation pro Jahr auf.
Lebensraum
Die Art lebt vor allem in Hecken, an Waldrändern und Gehölzsäumen, in Parks und Gärten sowie in lichten Laubwäldern. Besonders häufig findet man sie an Hasel (Corylus avellana). Daneben besiedelt sie auch Erlen, Ulmen, Weiden, Pappeln, Linden, Apfelbäume und Eichen. Typisch ist ihr Aufenthalt im Inneren dichter Belaubung. Direkte Sonneneinstrahlung wird eher gemieden. Die Tiere sitzen bevorzugt an halbschattigen Stellen.